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Ebooks aus der Buchhandlung, Teil 2: Bücher verschenken

Der Ebook-Kauf in der Buchhandlung gefällt mir. Das erzähle ich auch meiner (ein paar hundert Kilometer entfernt wohnenden) Schwester, die mir ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen möchte. Sie bittet mich um die Telefonnummer der Buchhandlung, sie wird sich um den Rest kümmern, ich soll das jetzt vergessen.

Heute stehe ich auf dem Einkaufsweg vor der Buchhandlung und werfe einen Blick hinein. Ob das Buch, dass ich neulich kurz nach dem Erscheinungsdatum gekauft habe, jetzt auch auf Papier im Schaufenster liegt? (Nein)

2015-08-07 13.07.57

Als ich nach Hause komme, habe ich zwei Mails mit PDF-Dateien zum Ebook-Download. Sie enthalten neben den üblichen Informationen Grüße von meiner Schwester.

ebookgeschenkDie erzählt mir dann am Telefon, sie habe die Bestellung aufgegeben, als ich gerade vor der Ladentür stand, die Buchhändlerin habe extra leiser gesprochen und die Bücher gleich abgeschickt, ehe sie die Bezahlung regelte.

Erfreutes Gekicher allenthalben.

Ebooks aus der Buchhandlung oder digital einkaufen mit Bewegung an der frischen Luft

Bei der Auswahl meines Ebook-Readers war mir u.a. wichtig, dass ich die Bücher nicht nur bei einem der großen Anbieter im Netz (vor allem dem mit A) kaufen kann, sondern auch in einer netten Buchhandlung vor Ort. Ich wohne sehr nah an einer Buchhandlung, die ich auch ausgesprochen gern mag. Die Besitzerin und ihre Kolleginnen beraten mich super, wenn ich das möchte, ich kann Bücher per Mail bestellen und am nächsten Tag abholen, auf Wunsch auch schon in das hübsche Papier meiner Wahl verpackt, und meistens ist auch Zeit für einen netten Schwatz. So einen Laden möchte man ja wirklich nicht gern mit einem schnöden Online-Shop betrügen.

Normalerweise kann man ja elektronische Bücher bei Buchhandlungen genauso kaufen wie bei anderen Internetläden: Buch auf der Website suchen, bezahlen, runterladen. Klitzekleines Problem: Auf der Website meiner Buchhandlung werden keine Ebooks angeboten. Die gäbe es demnächst, sagte die nette Buchhändlerin vor einigen Monaten, aber dann ist ihr wohl was dazwischengekommen.

Ok, ein paar Mal bin ich fremdgegangen und habe mich quasi vom digitalen Grabbeltisch eines Online-Händlers mit leicht verdaulichem Lesefutter bedient, aber ich wollte jetzt ein sozusagen „gebundenes“ Buch, einen neuen Titel, aus dem der Autor in meiner Buchhandlung kürzlich gelesen hatte. Also habe ich doch noch mal vor Ort nachgefragt, ob sie wirklich immer noch keine Ebooks verkaufen.

„Doch doch, hier können Sie die schon kaufen, was soll’s denn sein?“ Ich sagte den Titel, dann gab die Buchhändlerin einiges in den Computer ein, notierte meine Mailadresse und überreichte mir einen Bon, auf dem sie handschriftlich noch irgendeine Nummer eintrug. Per E-Mail wurde mir dann ein PDF-Dokument mit dem Download-Link zugeschickt. Von da an wieder alles wie beim Ebook-Kauf im Netz.

ebookkauf

Nach dem obligatorischen „Hihi-digital-zu-Fuß“-Grinsen gefällt mir das Verfahren inzwischen immer besser. Es verbindet die Vorteile des Einkaufs vor Ort mit denen des Online-Handels. Ich komme an die frische Luft, kann mich mit Buchhändlerin unterhalten und unterstütze keinen bösen Online-Dealer.

Demnächst sollen Ebooks auch über die Website der Buchhandlung erhältlich sein. Neumodischer Kram, braucht doch kein Mensch.

Literaturkritik am Sonntag

In Klagenfurt wird gerade der Bachmannpreis vergeben, und unter #tddl sind auf Twitter allerhand Kommentare zu Texten, Jury und Begleitprogramm zu lesen. Ich bin immer etwas neidisch und nehme mir vor, auch mal hinzufahren. Aber hey, zuhause lesen wir schließlich auch Bücher und sprechen darüber. Ich lese seit kurzem auf einem Ebook-Reader, was unter anderem den Vorteil hat, dass ich sehr bequem alle möglichen Bücher in der Stadtbücherei ausleihen kann, ohne hinzugehen und an die Rückgabe denken zu müssen (dazu bei Gelegenheit mehr, wenn es jemanden interessiert).

Der Mann hat auch einen Ebook-Reader, ist aber nicht so technikaffin, so dass er manchmal beim Bücherausleihen ein bisschen Hilfe braucht. Neulich suchte er einen bestimmten Krimi von Jo Nesbø. Als einzigen Titel dieses Autors hatte die Bücherei aber nur “Doktor Proktors Pupspulver” im Angebot.

Proktor

Es handelt sich zwar um ein geringfügig anderes Genre, aber Offenheit erweitert den Horizont, der bei der Hitze ja leicht mal etwas kneift. Also habe ich das Werk ausgeliehen, das (in der angemessen sprachspielerischen, sehr angenehm zu lesenden Übersetzung aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel) mit einer Länge von 116 Seiten (in der Ebook-Ausgabe, inklusive Illustrationen von Per Dybvig)  ohne übermäßige Längen auskommt, ohne auf Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptpersonen zu verzichten.

Das sind vor allem Lise, die Kummer hat, weil ihre beste Freundin weggezogen ist, und Bulle, der winzig klein und neu zugezogen ist. Die Solidarisierung der beiden gegen mobbende Mit-Grundschüler und der etwas seltsame Professor im Nachbarhaus sind relativ konventionelle Erzählelemente, die aber nicht ungebrochen kolportiert werden, sondern in ein Gesamtbild mit animistischen (die Würgeschlange Anna Konda in der Kanalisation mit Kindheitstrauma) und gesellschaftskritischen Zügen eingebettet sind.

Die Handlung, die sich zum Ende hin geradezu explosiv entwickelt, lässt an gute Pixar-Filme denken, ohne auf ganze Sätze zu verzichten. Sie braucht keinen platten Realismus, um am Ende ehrliche menschliche Wärme überzeugend zu vermitteln, nachdem sie in einem satirisch-militärkritischen Kracher ihren Kulminationspunkt gefunden hat.

(Sehr lustig und geeignet für Kinder ab dem frühen Lesealter. Man sollte viel öfter Kinderbücher lesen. Von dem Trailer des gleichnamigen Films war ich eher entsetzt – zu knallig und ganz falsch.)

Jo Nesbø: Doktor Proktors Pupspulver
Arena Verlag.

Quartalslieblinge: Tweets April bis Juni 2015

Themen in diesem Quartal u.a. Ostern, Steuer, Alter, Bahnstreik, ein Trinkspiel kollektiver Trinkdichtungsanfall, Tortendiagramme, Vatertag, Haushalt, rhetorischen Figuren und Rosinen. Und natürlich Taylor Swift.

Quartalslieblinge: Tweets Januar bis März 2015

Quartalslieblinge: Tweets Oktober – Dezember 2014

Die letzten Quartalslieblinge sind arbeitsbedingt leider ausgefallen, Semesterlieblinge wären zu umfangreich, also vergessen wir Q3 und steigen gleich in die Winter-Edition mit Halloween und Weihnachten ein. Es ist ja schön, dass es mittlerweile schon Traditionstweets gibt, die zu bestimmten Anlässen nicht fehlen dürfen, wie z.B. die Heiligabendessenz von @buddenbohm (siehe weiter unten), der ja auch mit  seinem traditionellen Silvester-Blogeintrag für Beständigkeit in diesen unsteten Zeiten sorgt.

https://twitter.com/e13Kiki/status/522001847788519424

Statt Jahresrückblick ein zeitgemäßeres Format: 2014 – Die hilfreichsten Kundenrezensionen . Kommt gut ins neue Jahr!

 

 

 

Quartalslieblinge: Tweets April bis Juni 2014

Diesmal gibt es neben den üblichen Gemischtwaren einige Themenblöcke. Sie kommen weiter unten, bleiben Sie dran!

 https://twitter.com/skizzenblog/status/452387015787835393

https://twitter.com/_toertchen/status/459987886814031872

https://twitter.com/TastaTon/status/473856575271350272

https://twitter.com/MillionenPanda/status/475184004661256192

https://twitter.com/pocoos/status/482216420206735360

https://twitter.com/Kathara_Schnee/status/482218448198852608

Morgen und Frühstück

https://twitter.com/_magicbird_/status/464304407161884673

Ostern

Dichtung

 

Serienempfehlung: Im Schleudergang

Nachdem mein kulinarischer Ruf der Empfehlung von Margarine im Rührteig zum Opfer gefallen ist (und sie war nicht mal vegan motiviert!), versuchen wir es jetzt mal mit dem Thema Film und Fernsehen. Ich möchte nämlich eine Serie empfehlen, und zwar keine amerikanische, düstere, mit wahlweise Aliens oder Knackis oder Pathologen oder Mittelalter oder Zeitreisen und jedem Fall viel Blutvergießen und Weltende. Solche Serien sind ja quasi das “gute Buch” unserer Zeit. Nein, es geht um eine deutsche Serie, Bayrischer Rundfunk, die in einer Wäscherei spielt, und deren Hauptpersonen fast alle über 50 sind.

Immer noch da? Super! Dann schauen Sie doch mal Im Schleudergang an, mit der großartigen Gisela Schneeberger als geschiedener Wäschereibesitzerin, die ein langjähriges Verhältnis mit einem ortsansässigen Friseur und eine erwachsene Tochter hat, die gerade wegen Panikattacken eine Weile in der Psychiatrie war. Oben im Haus wohnt noch ihr Schwager, ein ehemaliger Operettenstar. Ach, Sehen Sie selbst.

Die zweite Staffel ist gerade zu Ende, aber alle Folgen sind erfreulicherweise auf der Sendungshomepage abrufbar, sogar in guter Qualität:

 

Tirili: jetzt fast noch liver dabei

Die Tradition will, dass ich meine Freude darüber teile, dass die Hamburger Bloglesungen nicht nur vom illustren Kreis der Anwesenden genossen, sondern auch nachgehört werden können. Zu verdanken ist das dem Tonmann Lars Immisch, der jetzt sogar eine neue Seite  eingerichtet hat, auf der diese Aufnahmen heruntergeladen und abonniert werden können. Außerdem umfasst die Aufnahme diesmal nicht nur die Lesebeiträge, sondern auch die Moderation (schickes neues Format mit Kapitelmarkierungen), also quasi den ganzen Abend, und das in noch tollerer Tonqualität als bisher. Auf der so perfekt dokumentierten Veranstaltung lasen übrigens Regula Venske, Zoë Beck und Alexander Posch, Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm moderierten.

Transblawg-Bloggeburtstag und wie es früher so war

Foto: Lilo Schweizer
Foto: Lilo Schweizer, mit freundlicher Genehmigung

Heute wird das Blog Transblawg  meiner geschätzten Übersetzerkollegin Margaret Marks 11 Jahre alt. Ich finde, das ist ein Grund zum Feiern, weil dieses Blog nicht nur fachkundig über das Übersetzen juristischer Texte informiert, sondern auch sonst lesenswert ist (sehr schöne Fotos, trockener Humor). Es ist mir auch deshalb wichtig, weil Margaret Marks eine der ersten Personen war, die ich in diesem Internet kennengelernt habe. Es war 1997, als ein Modem an meinem Computer mir Zugang zu einem neuen Wunderland verschaffte, dem Internet – oder zumindest dem Foreign Language Forum bei Compuserve.

Für mich sah das Internet damals so aus, dass ich mich mit der Compuserve-Software einwählte, die mir Zugang zu meinem Mail-Account und einer Reihe von Foren verschaffte. (Das sah ähnlich aus wie die T-Online-Software, die es immer noch gibt.) Einen Browser  gab es auch, aber Suchmaschinen kannte ich noch nicht, und das “Surfen” im Internet kam erst etwas später. Zudem wurde nach Minuten abgerechnet, es war teuer. Wenn ich mich recht erinnere, wurden jeweils neue Mails und Forenbeiträge heruntergeladen, dann die Internetverbindung getrennt und erst dann neu aufgebaut, wenn neue Inhalte verschickt oder abgerufen werden sollten.

Ein internationales Fremdsprachenforum also, faszinierend. Es gab verschiedene Themenbereiche, u.a. auch einen für Übersetzungsfragen. Dort las ich ein wenig rum und stieß auf eine Frage, die ich tatsächlich beantworten konnte – von Margaret Marks. Mein erster Forenbeitrag und die erste Antwort. Wir sind uns in diesem Forum, später auch in anderen, noch oft begegnet, später waren Blogs und Twitter die Kommunikationswege, auf denen wir uns trafen. Ende letzten Jahres bekam ich sogar eine wunderschöne Analog-Postkarte. Wir spontanen Internetmenschen! Herzlichen Glückwunsch, Margaret, ich wünsche dem Blog noch ein langes und aktives Leben.

Ansonsten ist das hier natürlch was fürs @techniktagebuch. Und die ersten Mails! Ich sage nur Anhänge codieren….

 

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