Wie manche von Ihnen vielleicht schon erraten haben, schätze ich unkomplizierte Gerichte, die nicht allzuviel Arbeit machen – beim Kochen und danach. Manchmal darf es aber ruhig etwas aufwändiger sein und ich probiere auch gern mal etwas Neues aus.  So auch gestern, als es jahreszeitlich passend  Kürbis-Gnocchi sein sollten. Ein Rezept war in den unendlichen Weiten des Internets schnell gefunden: (Wenn Sie nur ein Rezept gesucht haben, bitte sehr, viel Erfolg!)

Die 300 g Kartoffeln hatte ich in einem Anfall hausfraulicher Umsicht bereits am Vorabend gekocht und gepellt, 2/3 eines hübschen Hokkaido-Kürbisses waren vom gestrigen Curry übrig und der Sohn war beauftragt, bei Freunden Salbei vom Dachbalkon zu holen. So machte ich mich froh ans Werk, 300 g Kürbis wurden in Salzwasser weichgekocht, für später 50 g klein gewürfelt, alles lief bestens. Nach etwa 20 Min. war der Kürbis weich (wäre schneller gegangen, hätte ich den Herd nicht versehentlich zu weit runtergestellt), wanderte in ein Sieb und wurde dann püriert. Die Kartoffeln wurden mangels Kartoffelpresse mit den Händen zerbröselt mitsamt einem Eigelb und 200 g Mehl eingearbeitet, das Ganze dann mit Salz, Pfeffer und Muskat (Muskatreibe leer, Reservemuskatnüsse gut versteckt, kleine Verzögerung) abgeschmeckt. Ein Blick aufs Rezept ergab, dass ich den Kürbis hätte ausdrücken sollen, aber na ja. Die Masse, aus der ich nun Rollen formen und diese in mundgerechte Stücke zerteilen sollte, war dann auch eher klebrig und brauchte noch deutlich mehr Mehl, aber dann funktionierte es ganz gut. Lästig, dass zwischendurch das Telefon klingelte, als die Finger gerade besonders klebrig waren (es waren die Freunde mit dem Salbei, der Sohn soll klopfen, nicht klingeln, das Kind schläft). Am Ende hatte ich aber ganz hübsche Gnocchi-Kügelchen auf einen Teller gestapelt. Als ich diese dann in das inzwischen kochende Salzwasser gleiten lassen wollte (war der Topf vielleicht ein bisschen klein?) – glitt gar nichts. Der Gnocchi-Berg war solide zusammengeklebt und rührte sich nicht. Letztendlich musste ich – mit noch mehr Mehl  und viel Geklebe – alle Gnocchi neu formen und nach und nach in den Topf (wirklich viel zu klein) verbringen. Immerhin fielen sie im Wasser nicht auseinander und bestanden auch nicht auf eine einheitliche Kochzeit, sondern stiegen zügig an die Oberfläche. Mit dem Schaumlöffel herausgehoben klebten sie auch dankenswerterweise nicht mehr zusammen. Der inzwischen zurückgekehrte Sohn sagte tröstende, beruhigende Sachen („Ist ja oft so, dass es beim ersten Mal nicht so klappt“) und befand, er bräuchte dazu jetzt nicht noch gebratene Kürbiswürfel. Also kamen 50 g Butter in die Pfanne, die Handvoll Salbei dazu und kurz darauf dann auch die abgetropften Asteroiden Gnocchi. Das jetzt noch alles in den Ofen, bis der Käse „leicht zu rinnen beginnt“? Dafür waren wir jetzt zu hungrig. Also die Hälfte der 80 g Parmesan mit in die Pfanne (da konnte er schließlich auch rinnen), der Rest wurde nach Gusto drübergestreut und fertig. Geschmeckt hat es dann wirklich sehr gut. Die Gnocchi hatten trotz des vielen Mehls eine schöne Konsistenz und einen würzigen Geschmack. Sie sehen also, es handelt sich eigentlich um ein durchaus empfehlenswertes Gericht, sofern man die Kürbisstücke ausdrückt und die geformten Gnocchi nicht stapelt, sondern nebeneinander auf eine nicht klebende Oberfläche legt. Und der Topf sollte groß sein. Und im Ofen gratinieren ist echt nicht nötig.
In der Zeit, die ich für die Beseitigung des Klebe-Schlachtfelds brauchte, konnte ich übrigens lässig noch eine schöne Suppe aus dem Kürbisrest kochen. Sehr praktisch.