Nachdem alle anderen schon wortgewandt und kundig bebildert darüber geschrieben haben (Übersicht hier) , muss ich schon der Vollständigkeit halber auch davon erzählen, dass ich dieses Jahr wie schon 2011 auf Klassenfahrt nach Helgoland gefahren bin.

Wieder haben wir eine freundliche und großzügige Einladung des Aparthotel Klassik begeistert angenommen, wieder haben die Klassenlehrerin und der Klassenlehrer die Anmeldungen gesammelt, Tickets besorgt, Schlafplätze verteilt und Absagen in letzter Minute gemanagt. Und wieder war ich ganz schön aufgeregt, als ich nach Hamburg reiste und mich zu meinem freundlichen Gastgeber begab, den ich diesmal immerhin nicht nur aus dem Internet kannte, wenn auch nicht besonders gut.

Freundliche Gastgeber mit WLAN sind toll. Es gab Tapas (wenn auch ohne Gesang, weil Eddy krank war) und Bier und angeregte Gespräche über Hard- und Software. Am nächsten Morgen standen wir heldenhaft sehr früh auf und waren als erste und eine halbe Stunde zu früh am Hafen, wo der freundliche Gastgeber mich mit den Attraktionen bei Laune halten wollte, die bei seinem kleinen Sohn immer ziehen: „Guck mal, ein Feuerwehrauto! Und da sind ganz große Bagger!“.

Aber es gab ja nun viele Gründe, trotz der frühen Stunde gute Laune zu haben, Schiffe, Wasser, und die Mitreisenden, die nach und nach eintrudelten.

Toll wieder die Erfahrung, dass Menschen, die man aus dem Internet kennt, keine Fremden sind (und Klassenfahrtteilnehmer, denen man im Internet noch nicht begegnet ist, auch freundlich und aufgeschlossen).

Katamaran

Zum zweiten Mal in diesem schönen Hotel, das neu und nicht ganz ohne Augenzwinkern im Stil der „Wiederaufbau-Epoche um 1960“ eingerichtet ist, das ist schon ein bisschen wie Nach-Hause-kommen. (Unbedingt die Fotos von Stefan Groenveld anschauen!)

Warnung im HotelflurPlakat im Aparthotel Klassik

Menschen mit Smartphones, die beim Essen neben Messer und Gabel liegen („wo sie hingehören“ sagt Herr Buddenbohm). Hier ist es erlaubt, mitten im Gespräch mal eben was zu twittern, tun ja alle, und das Gespräch geht trotzdem weiter. In Restaurants werden erst mal die vorhandenen Steckdosen mit Ladekabeln bestückt, und es passiert schon mal, dass jemand nach der abendlichen „Pyjamaparty“ mit den Worten „10%, ich bin weg!“ verschwindet.

Meer (so viele Blautöne!), Felsen, Vögel, Robben auf der Düne, alles toll. Und diese Ruhe (wenn keine Besoffenen randalieren, die meinen, sie müssten 50% mehr Schnaps trinken, weil der von 19% Mehrwertsteuer befreit ist). Wieder Glück mit dem Wetter. Wieder viele unscharfe Fotos gemacht, egal, die Mitreisenden mit guter Ausrüstung machen das schon.

Helgoland

Der obligatorische Besuch bei James Krüss

James Krüss

in der Museums-Hummerbude,

Museums-Hummerbude auf Helgoland

mitreisende Eltern (und die anderen auch) werden von mir zwangsberaten und müssen Bücher kaufen. Man kann ja viel zu wenig Gedichte auswendig!

Abc-Gedicht (rückwärts) von James Krüss

Und dann ist es schon wieder Zeit für die Rückfahrt auf dem blitzeschnellen Katamaran und später im Zug ist es dann anders still und ein bisschen einsam. Akku leer, keine Steckdose, aber immerhin ein neues Buch, das sehr hilft.

Maximilian Buddenbohm: Marmelade im Zonenrandgebiet

Vielen Dank noch mal der Klassenlehrerin, dem Klassenlehrer und dem Aparthotel Klassik. Ich könnt schon wieder!